Wir über uns |
Der Arbeitskreis Gesamtschule e. V. ist
1994 gegründet worden. Seine Mitglieder sind in der Mehrzahl Lehrerinnen und
Lehrer, die an Gesamtschulen unterrichten oder dort unterrichtet haben.
Aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen und gestützt auf Ergebnisse der
Bildungsforschung halten sie die integrierte Gesamtschule in Deutschland
unter den hier gegebenen Bedingungen nach wie vor für „ein nicht zu
haltendes Versprechen“ und für „eine pädagogische Fehlkonstruktion“. Sie hat
sich in den langen Jahren ihres Bestehens trotz aller Begünstigungen und
trotz aller Nachbesserungen nicht als „die pädagogisch und
volkswirtschaftlich effektivere Organisationsform von Schule“ erwiesen, als
die sie im Jahre 1969 vom Deutschen Bildungsrat empfohlen wurde. Der Arbeitskreis Gesamtschule e.V. teilt
die Auffassung: Das mit dem 5. Jahrgang beginnende dreigliedrige deutsche
Schulwesen bietet nicht die Lösung aller anstehenden Probleme. Aber es ist,
wie sich gezeigt hat, sowohl für das fachliche Lernen wie auch für das
soziale Lernen der effektivere Kompromiss. Und es ist optimierbar geblieben. Diesen Text können Sie übernehmen, indem Sie hier klicken!
Der Arbeitskreis Gesamtschule e.V. ist ein Arbeitskreis von Gesamtschullehrerinnen und Gesamtschullehrern und anderen an seiner Arbeit Interessierten, darunter auch Gesamtschuleltern und ehemalige Gesamtschülerinnen und -schüler.
Der Arbeitskreis Gesamtschule e.V. ist verbands- und parteipolitisch unabhängig sowie konfessionell nicht gebunden.
Dieses Informationsblatt wurde im Juni 1995 konzipiert und im September 2000 von der Mitgliederversammlung erneut bestätigt.
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Zu unseren Aktivitäten veranlassen uns folgende Erfahrungen:
Viele integrierte Gesamtschulen sind von ihrer Schülerschaft her keine Gesamt-Schulen mehr, sondern riesige, viel zu kompliziert organisierte Rest-Gesamtschulen. Sie ersetzen zumeist Hauptschulen, seltener Realschulen, fast nie Gymnasien. Sie leben vom Wettbewerbsvorteil der Ganztagsbetreuung und vom Versetzungsversprechen ("Kein Sitzenbleiben!"). Leistungsanforderungen und Leistungsniveau an integrierten Gesamtschulen entsprechen oft nicht den Anforderungen des gegliederten Schulwesens. Der Unterricht in den extrem heterogenen Lerngruppen wird der Leistungsfähigkeit der einzelnen Schüler nicht gerecht. Leistungsstärkere Schüler werden hier nicht ihren Möglichkeiten entsprechend gefordert und gefördert. Lernschwächere Schüler, für deren Förderung die Gesamtschule besondere Sorge tragen wollte und sollte, kommen an integrierten Gesamtschulen am allerwenigsten zurecht. Auch sie können hier nicht ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden und wären in kleineren, überschaubaren und weniger kompliziert organisierten Systemen mit stabilen sozialen Gruppen besser aufgehoben. Denn diese können ihnen erheblich mehr an Halt, Orientierung und Geborgenheit bieten. Insgesamt benötigen die heutigen Schüler mehr denn je die längerfristig stabilen Beziehungsmöglichkeiten des Klassenverbandes, um "sich wohlfühlen, emotionale und soziale Sicherheit gewinnen, Vertrauen zu sich selbst und zu anderen entwickeln" und - nicht zuletzt - um besser lernen zu können (NRW - Denkschrift 1995, S. 84). Dies gilt in besonderem Maße für durch ihre Herkunft benachteiligte sowie für anregungsarme, antriebsschwache, kontaktarme oder hyperaktive Schüler. An der integrierten Gesamtschule werden die Schüler zur individuellen Förderung Kursen mit unterschiedlichem Anspruchsniveau zugewiesen. Dieses System der Fachleistungs-Diffenzierung führt unvermeidlich zur Aufsplitterung der die Schüler stabilisierenden Klassenverbände. So wird die integrierte Gesamtschule zu einer "pädagogischen Fehlkonstruktion" (W.S. Nicklis 1974 / W. Keim 1993). Sie ist daher als integrierte Gesamtschule durch noch so viele Hilfskonstruktionen und Nachbesserungen nicht zu retten. Den vielerorts anzutreffenden Erziehungsdnotstand verschärft sie noch durch einen Beziehungsnotstand. Sie ist nicht zeitgemäß.
Daher empfehlen wir:
"Man ist entweder Teil der Lösung oder Teil des Problems. Ich habe es vorgezogen, Teil der Lösung zu sein." Michail Gorbadschow
Arbeitskreis Gesamtschule e.V. - V.i.S.d.P.: Ulrich Sprenger, Recklinghausen / Mai 1995
Der Arbeitskreis Gesamtschule e.V. ist ein eingetragener Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit. Unser Spendenkonto: Sparkasse Vest (BLZ 426 501 50) Konto Nr.: 56 00 43 02 Eine Spendenbescheinigung wird unaufgefordert zugeschickt. |